Flyer 2010



Wir hatten es probiert. Schließlich werden wir im Freistaat und in Abensberg immer noch von Schwarzen regiert.
Da musste es doch eigentlich goutiert werden, wenn zur TC-Party 2010 das Tennisgelände zur Bananenrepublik erklärt werden sollte:
Waka waka, Vuvuzela, Tsvetschgen Mandela - alles und alle waren auf afrikanische Lockerheit ausgerichtet.
Rechtzeitig kurz vor Beginn der ersten Fußball WM auf dem schwarzen Kontinent. Und dann das! Es darf der Party-Freelancer nicht freiheitlich ausschweifend feiern,
wenn es der frommen Obrigkeit nicht gefällt. Als beinahe schon Party-Silberrücken hatten wir gehofft, dass die Genehmigungs-Primaten auch dieses Mal gemäß der Devise
"Wir sehen nix, wir hören nix, wir sagen nix" agieren würden. Aber wir hatten die Rechnung ohne die heilige bayerische Dreifaltigkeit von Polizei, Bauamt und Kommune gemacht.
Sie warfen uns auch aufgrund der Sabotageakten aus dem Vorjahr diverseste behördliche Kokosnüsse vor die Füße: Keine künstlerisch wertvollen Höhlenmalereien zur Bewerbung der Feier,
Buschtrommelverbot ab 2 Uhr und Evakuierung um 3 Uhr, Trinkapartheid gegen 16-18-jährige sowie die Festanstellung von mehreren Wildhütern, um nur einige der neuen Grausamkeiten zu nennen.
Das war in unseren Augen eine feierrechtliche Beschneidung! Alle unsere TC-Bananen halfen uns nicht, gegen diese Bestimmungen zu korrumpieren. Kein "A bisserl was geht immer" - zumindest offiziell.
Die TC-Party stand kurz vor der Ausrottung, die Party-Gorillas im Nebel. Aber wenn Afrika eine Fußball-WM versucht auszurichten, dann wollten auch wir nicht dem Paragraphen-Dschungel
klein geben und trommelten unsere Mannschaft für die womöglich letzte TC-Party unter dem Motto "Welcome to the Jungle" zusammen. Und hofften auf all die Party-Buren, -Kaffern und Sodosamma-Säufer
aus und um Omschberg. Weil Ihr musstet mit Euren Füßen, Eurem Durst und Hunger in der ersten Volksabstimmung der TC-Party-Historie abstimmen, ob der TC-Party-Staat überleben wird.
Und wie Ihr das tatet, aber jambo! Yes, We Can TC-Party! Selbst, dass wir die Beschneidungen aus freien Stücken noch blutiger durchführten als von den Behörden-Schamanen vorgesehen, spielte keine Rolle.
Aus pragmatischen Gründen hatten wir nämlich die Apartheid noch verschärft und die Party erstmals als nicht jugendfrei deklariert: Unter 18 - Du kommst hier nicht rein!
Und aus dem gewohnten Party-Freigehege wurde mit Stanglmeier-Gittern ein Partykäfig mit Fluchtwegen für Insider. Ein Jahr vor der großen Volkszählung in Deutschland konnten wir dadurch bereits in Vorleistung treten:
Insgesamt 850 Party-Wutbürger auf der TC-Party 2010, natürlich wie immer nicht Eintritt zahlend trotz der gestiegenen Auflagen. Zahlenmäßig ein neuer Rekord, allerdings wohl nicht ganz bei den Personenfeierminuten.
Nicht ganz auf Dschungelniveau zeigten sich die Temperaturen. Zu subtropisch fehlten wie schon so oft die Jahre zuvor ein, zwei Tage. Dafür hatten wir wieder das Glück des Tüchtigen und die Regenzeit verabschiedete
sich auf die Minute genau. Deshalb lief die MS Kongo mit seiner neuen zentralen Tränke "TCebra-Bar" auf Grund und musste ihre flüssigen Vorräte inkl. des Amarulas an den Mann und die Frau bringen.
Kesselmeister Edophile verkaufte daneben seine Burenwürste und DJ Mambele, der anstelle von DJ Poschi erstmals die Buschtrommeln bediente, sorgte dafür, dass beim TC Groove auf Djungle traf.
Affengeil und anzüglich war es noch mehr als in den Vorjahren im Dark Room, der heuer als KingKongKlub firmierte. Angeblich sollen auch dort Vertreter der Volksrepublik Tscheteretete und aus
Tschurangrati gesichtet worden sein, die sich kurz vor der Abenddämmerung in der roten Sandwüste beim TC vor etlichen interessierten Stämmen die gelben runden Marula-Früchte um die Ohren gehauen
hatten und dabei einen starken Pata-Pata-Tanz aufführten. Der richtige Empfang im Übrigen für unsere mehrere PS-starken Wildhüter, die zum Schluss mit Höllenengels-Geduld alle Bwanas zum Heimgehen brachten.
Weil im Sommer etliche Party-Zugvögel auf ihrer Abfeier-Flugroute die TC-Party überqueren, zwitschern wir nicht nur den einen oder anderen Drink auf der Feier, sondern vor und nach der Feier
seit 2010 auch bei http://twitter.com/tc_party. Die 850 Follower der TC-Party haben wir da natürlich noch nicht alle, aber allein für die MZ-Info hat es sich schon gelohnt.
Siyabonga (= danke in Zulu) an Euch alle! Ihr habt die TC-Party 2010 zu einer der friedlichsten und schönsten gemacht, die es je gab. Gerne hätten wir in dieser Stimmung noch einige Stunden
bis zum Morgengrauen weiter gemacht. Aber vielleicht, eines Tages, wenn es auch bei den nächsten Malen so toll abläuft, können wir "Morning has Broken" als Rausschmeisser spielen.

Impressionen von Umsonst & Draussen VI

CU @ TC-PARTY `11, mia macha weida!